Bei uns sitzt inzwischen ein Skelett mit Krone am Tisch. Eine Gruselpuppe hat das Schaukelpferd übernommen, an der Treppe breitet ein geflügelter Knochenmann seine Schwingen aus. Und ich wohne hier auch noch.

Halloween bei uns zu Hause. Oder, wie man ebenfalls sagen könnte: Michi hat wieder dekoriert.

Eigentlich wollte sie mal Innenarchitektin werden

Michi liebt es, Räume zu gestalten. Das war schon immer so. Innenarchitektin oder Dekorateurin – etwas in dieser Richtung hätte sie sich früher gut als Beruf vorstellen können. Diese Freude am Einrichten und Verändern ist bis heute geblieben.

Unsere Wohnung wird deshalb nicht einmal eingerichtet und bleibt dann für die nächsten zehn Jahre so. Sie bekommt mehrmals im Jahr ein anderes Gesicht. Michi hat Ideen, stellt um, arrangiert und macht aus vertrauten Ecken wieder etwas Neues.

Und gerade hat dieses neue Gesicht ziemlich große, ziemlich leere Augenhöhlen.

Es fing mit ein paar Dekostücken an

Am Anfang waren es nur wenige Halloween-Figuren. Ein bisschen Grusel, ein paar passende Stücke. Überschaubar.

Dann kam im nächsten Jahr etwas dazu. Und im Jahr darauf wieder. Inzwischen teilen wir unsere Wohnung zeitweise mit Geistern, Skeletten, Hexen, Horrorpuppen und Untoten. Zombies sagt man wohl auch zu einigen davon. Ich bin bei der genauen Zuordnung nicht ganz sattelfest. Michi kümmert sich um die Einrichtung, ich versuche, den Überblick über die Mitbewohner zu behalten.

Auch dieses Jahr sind wieder neue Geister eingezogen. Die Fotos zeigen, wie umfangreich unsere Halloween-Welt inzwischen geworden ist. Welche Figur zuerst da war? Bei dieser Gesellschaft müsste ich inzwischen nachfragen.

Wenn schon spuken, dann mit Stil

Was ich an den Bildern besonders mag: Die Figuren stehen mitten in unserer Einrichtung. Zwischen verzierten Spiegeln, goldenen Sesseln und der Treppe bekommen sie ihre eigene kleine Bühne. Ein Skelett mit Krone am Tisch wirkt hier fast so, als hätte es schon immer dazugehört.

Der schwarze Flügelgast ist kaum zu übersehen. Aber daneben sind es auch die kleineren Dinge, die das Ganze ausmachen: eine Büste, ein Kissen, ein Stoff, der über ein Geländer fällt. Michi beschäftigt sich eben nicht nur damit, welche Figur wohin passt. Sie gestaltet das Drumherum gleich mit.

Ihre schönste Nachtschicht

Bis alles so aussieht, vergehen Stunden. Manchmal auch Tage. Und weil der Alltag und die Arbeit natürlich trotzdem weitergehen, dekoriert Michi oft nachts nach der Arbeit. Dann findet sie noch die Zeit dafür.

Ich denke mir manchmal: Wo nimmt sie jetzt noch die Energie her? Aber sie liebt es. Was für mich nach zusätzlicher Arbeit aussieht, macht ihr einfach riesigen Spaß. Man sieht am fertigen Ergebnis die Figuren und die vielen Details. Die Stunden, die sie dafür aufgebracht hat, sieht man nicht sofort.

Deshalb gehört für mich zu diesen Fotos auch genau das: Hinter unserer kleinen Geistergesellschaft steckt eine Frau, die mit viel Geduld und Begeisterung etwas gestaltet, woran sie Freude hat.

Mein Ding? Eher nicht. Ihre Freude? Unbezahlbar.

Ich muss ehrlich sein: Halloween-Dekoration ist nicht so mein Ding. Ich könnte auch ohne Horrorpuppen und lebende Tote in der Wohnung ganz gut auskommen.

Aber Michi freut sich darüber. Und ich freue mich, wenn sie sich freut. Man muss als Paar nicht jede Leidenschaft teilen, um dem anderen den Spaß daran zu lassen. Also lebe ich eine Weile mit dieser etwas ungewöhnlichen Gesellschaft – und nehme es mit Humor.

Die Halloween-Zeit geht schließlich auch wieder vorbei. Michis Lust aufs Dekorieren zum Glück nicht.

Bald auch als Video auf YouTube

Die Fotos geben euch schon einen kleinen Rundgang durch unser diesjähriges Horrorhaus. Bald zeigen wir euch das Ganze auch in einem Video auf unserem YouTube-Kanal diehoppes.

Schaut dort gern vorbei. Bis dahin könnt ihr euch hier noch ein wenig umsehen. Ein Platz am Tisch ist allerdings schon besetzt.

Fotos: Michaela und Silvio. Titelbild: mit KI gestaltete Collage auf Basis unserer eigenen Dekorationsfotos.